Das erste mal verfuhren wir uns, als aus dem Highway 1 ohne Vorwarnung einfach der Highway 5 wurde. Zum Glück merkten wir das bald und fanden auch schnell auf den richtigen Weg zurück. Bis Lytton ging es dann ohne Problem, doch nach dieser Stadt lagen plötzlich alle paar Meter riesige Felsen auf der Straße. Das war fast zu viel für unser kleines Auto, wir hatten aber wirklich Glück, dass wir ohne Schrammen durch kamen.
In Lilloet machten wir Pause und aßen den Rest von unserem Sushi. Das hat man nicht alle Tage - Sushi als Jause :-).
Gut erholt gings weiter bis wir von einem wild auf sich aufmerksam machenden uns entgegen kommenden Autofahrer aufgehalten wurden. Dieser erzählte uns, dass vor ca. 20 min eine Lawine abgegangen war und die Straße jetzt gesperrt sei. Da war es unmöglich durchzukommen. Der Name Highway lässt in Kanada also nicht unbedingt auf eine gesicherte und befestigte Straße schließen.
Wir wussten nicht weiter, deshalb rief Nicola bei der Ranch an, ob es vielleicht einen anderen Weg gäbe. Die meinten ja, aber nicht für unser Auto, deshalb sollten wir in die Stadt zurück fahren und warten, bis die Straße wieder frei war. Zuerst wollten wir bei der Feuerwehr nachfragen, dort war aber niemand zu finden, weshalb wir in das Motel daneben spazierten. Zufällig arbeitete dort die Frau eines Highwayofficers, der an der Lawine arbeitete. Sie versprach uns, uns auf dem neuesten Stand zu halten, zur Zeit hieß es aber einfach abwarten. Nachdem wir unseren Wasservorrat wieder aufgefüllt hatten, gingen wir in die Bowlinghalle und spielten eine Runde. Wer hätte gedacht, dass wir jemals in Lilloet zum Bowlen kommen würden?!
Um 4 gab es immer noch keine Nachricht, wann die Straße wieder frei sein würde und wir warteten weiter. Um 5 hieß es dann, dass die Arbeiten bis in die Nacht dauern werden, vor morgen früh, wenn überhaupt, gibt es kein Durchkommen. Wir entschlossen uns die Nacht in Lilloet zu verbringen und es am nächsten Morgen zu versuchen. Aufgeben wollten wir nicht, nachdem wir es schon so weit geschafft hatten.
Nicola rief noch mal bei der Ranch an um zu berichten, dass wir über Nacht hier festsaßen. Da erfuhr sie, dass noch jemand von der Ranch in dieser Stadt war und wir uns mit ihm treffen könnten. Das taten wir dann auch, wir hatte ja sonst nicht viel vor. Wie sich herausstellte, war es der Besitzer der Ranch, mit dem wir Essen gingen und der uns sehr genau ausfragte. Sogar Annika und ich aber vor allem Nicola hatte das Gefühl abgecheckt zu werden. War aber sehr interessant, was er uns alles über die Ranch und das Leben in der Wildnis erzählte. Und dass wir die Mühe auf uns genommen haben so weit zu fahren, sprach eindeutig für uns und für Nicola, dass sie wirklich an dem Praktikum interessiert war. Wir verabredeten uns mir Kevan für 6 Uhr früh, dass wir dann gemeinsam den restlichen Weg fuhren.
Zum Glück war die Strecke in der Früh frei und wir kamen nach weiteren 2 1/2 Stunden Fahrt an. Das war echt beeindruckend, dass man da so lange fährt und so weit weg von jeder Zivilisation ist. Die Natur dort ist auch sehr faszinierend. Nach Ankuft kochten wir gemeinsam ein leckeres Frühstück und genossen dieses in der gemütlichen Runde, nachdem wir noch einen Blick auf Ed, den Elch, in freier Wildbahn sozusagen geworfen haben. Rhodoras erste Meldung über ihn: "The moose looks so sad". Naja, gemütlich war er halt unterwegs auf Futtersuche.
Gestärkt konnten wir dann auf ins nächste Abenteuer, zu den Pferden. Dort sahen wir, dass man ganz einfach mit drei Schritten auf ein ungesatteltes Pferd springen kann. Leider waren unsere Versuche das nachzumachen weniger Erfolgreich und wir mussten einen Baumstumpf zu Hilfe nehmen. Dennoch war es ein tolles Gefühl auf dem Pferd zu sitzen. Diese sind ja zum Glück sehr gutmütig und geduldig.
Nach dem Reiten zeigten uns die Rancher noch die Pistenmopeds, den toten Cougar und was sonst noch alles dazu gehörte. Am Nachmittag gabs noch Tee und Muffins und dann machten wir uns wieder auf den Heimweg. Nach 10 Stunden Fahrt kamen wird dann gut in Vancouver an, was bei diesen Straßenverhältnissen nicht so selbstverständlich ist. Die Eindrücke dieses Wochenendes begleiten uns noch immer und die werden wir sicher nicht so schnell vergessen.
Fazit: Nicola freut sich schon sehr auf ihr Praktikum, das sie am 21.4 beginnen wird. Dann sehen wir uns länger nicht, denn ich werde in Vancouver bleiben. Aber am 17.8. treffen wir uns wieder in Chilcotin, denn ich werde mich für 6 Wochen auch in dieses Abenteuer stürzen. Ja, ihr habt richitg gelesen. Frau Widmoser in der Wildnis mit den Viechern und einem Bett im Zelt. Na das kann was werden :-)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen